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Saudi-Arabien

Das Erwachen eines Wüstenjuwels


Es ist dieser eine Moment, in dem die Zeit stillzustehen scheint: Die Sonne versinkt hinter den zerklüfteten Sandsteinfelsen von AlUla und das Licht bricht sich in der riesigen Spiegelwand der Maraya-Konzerthalle, die wie eine Fata Morgana mitten in der Wüste auftaucht. Vor nur wenigen Jahren wäre dieser Anblick für Reisende aus dem Westen fast unmöglich gewesen, doch heute öffnet sich Saudi-Arabien mit einer Herzlichkeit, die man selbst erlebt haben muss. Wer das Königreich heute besucht, begibt sich auf eine Reise durch die Jahrtausende, auf der die Spuren der Menschheitsgeschichte so lebendig wirken wie an kaum einem anderen Ort der Welt.

Der Zauber beginnt oft in den pulsierenden Metropolen, die ihre historische Seele bewahrt haben. In den verwinkelten Gassen von Al-Balad, der Altstadt von Dschidda, vermischt sich der Duft von edlem Weihrauch mit der salzigen Meeresbrise des Roten Meeres. Die majestätischen Häuser aus Korallengestein mit ihren kunstvoll geschnitzten Roshan-Holzbalkonen erzählen Geschichten von fernen Handelsrouten. Ähnlich tief verwurzelt zeigt sich das Erbe in Diriyya bei Riad, wo die Lehmarchitektur des Turaif-Distrikts in goldenem Glanz erstrahlt, während die nahegelegene Masmak-Festung im Stadtzentrum von der abenteuerlichen Gründung des modernen Staates kündet. Doch Saudi-Arabien ist weit mehr als nur Architektur; es ist eine Chronologie der Zivilisation, die von den 7.000 Jahre alten Felsbildern in Hima und den prähistorischen Gravuren bei Ha’il bis zu den gewaltigen Oasen von Al-Ahsa reicht, wo Millionen von Dattelpalmen ein grünes Meer im Wüstensand bilden.

Folgt man dem Ruf der Wüste weiter gen Norden nach AlUla, erreicht die Reise ihren emotionalen Höhepunkt. Inmitten einer bizarren Landschaft aus ockerfarbenem Sand und monumentalen Felsformationen wie dem „Elephant Rock“ liegt Hegra. Hier haben die Nabatäer vor zweitausend Jahren über hundert prunkvolle Grabanlagen direkt in den Stein gehauen. Wer noch tiefer in die antike Welt eintauchen möchte, findet in der Handelsstadt Al-Faw am Rande der Leere faszinierende Zeugnisse vorislamischer Epochen. Einen völlig anderen, fast verwunschenen Kontrast dazu bieten die nebelverhangenen Berge des Südens: Im Dorf Rijal Almaa ragen mehrstöckige Schieferbauten wie kleine Burgen gen Himmel und zeugen von einer ganz eigenen, stolzen Hochlandkultur.
Das moderne Saudi-Arabien bietet einen faszinierenden Kontrast zu dieser Stille. An der unberührten Westküste erwacht derzeit eine Welt, die das Herz jedes Meeresliebhabers höherschlagen lässt. Die neu entstandenen Strandresorts am Roten Meer definieren Luxus völlig neu, indem sie ihn mit radikaler Nachhaltigkeit verbinden. Hier wartet eine Unterwasserwelt, die weltweit ihresgleichen sucht: Korallengärten, die so farbenprächtig und intakt sind, dass jeder Schnorchelgang zur Entdeckung eines verborgenen Schatzes wird. In dem glasklaren, türkisfarbenen Wasser begegnet man Seekühen, Delfinen und seltenen Meeresschildkröten in einer Umgebung, die vom Massentourismus bisher völlig unberührt geblieben ist.

Das Schönste an der neuen Offenheit ist die Flexibilität, mit der man das Land erkunden kann. Wer die Gemeinschaft schätzt, findet in bestens organisierten Gruppenreisen tiefe Einblicke durch lokale Guides, die Brücken zwischen den Kulturen schlagen. Doch auch Individualisten kommen voll auf ihre Kosten: Ein Roadtrip mit dem Mietwagen ist heute unkompliziert möglich. Die Straßen sind hervorragend ausgebaut und das Gefühl von Freiheit, wenn man auf einer einsamen Route zwischen schroffen Bergen und endlosen Dünen navigiert, ist unbeschreiblich. Es ist dieses wunderbare Gefühl des Entdeckens, das man heute nur noch an wenigen Orten der Welt so authentisch erleben kann.
Saudi-Arabien ist bereit für jene, die sich verzaubern lassen wollen von einem Königreich, das gerade erst begonnen hat, seine Schönheit der Welt zu zeigen und zählt derzeit zu einem der spannendsten Reiseziele der Welt.